Ratgeber · Arbeitszeit

Höchstarbeitszeit nach dem Arbeitszeitgesetz

Lesezeit ca. 6 Min.Stand: August 2026
Kurz beantwortet

Die werktägliche Höchstarbeitszeit beträgt nach § 3 ArbZG grundsätzlich 8 Stunden. Sie darf auf maximal 10 Stunden verlängert werden, wenn der Durchschnitt von 8 Stunden über einen Ausgleichszeitraum von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen eingehalten wird. „Werktag" meint Montag bis Samstag, nicht nur die üblichen fünf Arbeitstage. Tarifverträge können abweichende Grenzen zulassen. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern bis zu 30.000 € je Verstoß und können bei vorsätzlicher Gesundheitsgefährdung als Straftat verfolgt werden.

Was ist die gesetzliche Höchstarbeitszeit?

§ 3 ArbZG regelt die werktägliche Arbeitszeit in zwei Stufen:

RegelGrenzeVoraussetzung
Normalfall8 Stunden/Werktagkeine
Verlängerungbis 10 Stunden/WerktagDurchschnitt 8 h über 6 Monate oder 24 Wochen

Das Gesetz nennt kein wöchentliches Maximum, es begrenzt den Tag. Die Tageslimits deckeln die Wochenlast dennoch faktisch auf 48 Stunden (Regelfall) bzw. 60 Stunden (Ausnahmegrenze mit Ausgleich), wenn man Samstage einbezieht.

Werktag = Montag bis Samstag. Sonntage und gesetzliche Feiertage sind nach § 9 ArbZG grundsätzlich arbeitsfrei und zählen nicht mit. Wer Samstagsarbeit plant, muss sie also in das Tageslimit einrechnen.

Wie funktioniert der Ausgleichszeitraum?

Der Ausgleich erfolgt über 6 Kalendermonate oder 24 Wochen (§ 3 Satz 2 ArbZG): Der Durchschnitt aller werktäglich geleisteten Stunden in diesem Zeitraum darf 8 Stunden nicht überschreiten. Ein Beschäftigter darf in einer Hochlastphase mehrfach 10 Stunden arbeiten, muss aber im gleichen Zeitraum entsprechend kürzer arbeiten, damit der Schnitt stimmt.

Rechenbeispiel24 Wochen à 5 Arbeitstage = 120 Werktage × 8 h = 960 Stunden Gesamtpool. Arbeitet jemand an 20 Tagen je 10 Stunden (20 Mehrarbeitsstunden), müssen im selben Zeitraum 20 Stunden kompensiert werden, z. B. durch entsprechend frühere Feierabende.

Per Tarifvertrag kann der Ausgleichszeitraum auf bis zu 12 Monate ausgedehnt werden (§ 7 Abs. 1 Nr. 1b ArbZG).

Was zählt zur Arbeitszeit?

Arbeitszeit im Sinne des ArbZG ist die Zeit, in der der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber zur Verfügung steht:

Pausen nach § 4 ArbZG sind keine Arbeitszeit und verlängern daher den erlaubten Tageshorizont nicht.

Welche Ausnahmen erlaubt das ArbZG?

GrundlageMögliche Abweichung
§ 7 ArbZG (Tarifvertrag / Betriebsvereinbarung auf Tarifbasis)Bis zu 12 h/Tag; Ausgleichszeitraum bis 12 Monate verlängerbar
§ 14 ArbZG (außergewöhnliche Fälle, Notfälle)Zeitlich befristete Mehrarbeit, wenn keine andere Abhilfe möglich
§ 18 ArbZG (persönlicher Geltungsbereich)Leitende Angestellte i. S. d. § 5 Abs. 3 BetrVG sind ausgenommen
Wichtig§ 7 ArbZG erlaubt Abweichungen nur durch oder aufgrund eines Tarifvertrags. Eine Betriebsvereinbarung ohne tarifliche Grundlage reicht allein nicht. Wer keinen Tarifvertrag hat, ist an die gesetzliche 10-Stunden-Grenze gebunden.

Besondere Personengruppen

Für einige Gruppen gelten strengere oder abweichende Regelungen, die dem ArbZG vorgehen:

Was droht bei Überschreitung?

Wer die Tageshöchstarbeitszeit überschreitet oder den Ausgleich im vorgeschriebenen Zeitraum nicht einhält, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 22 Abs. 1 ArbZG. Die Geldbuße beträgt bis zu 30.000 € je Verstoß (§ 22 Abs. 2 ArbZG). Bei vorsätzlicher Überschreitung, die die Gesundheit oder das Leben von Beschäftigten gefährdet, kann der Sachverhalt als Straftat nach § 23 ArbZG verfolgt werden (Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr oder Geldstrafe).

Praktisch: Die Arbeitsschutzbehörden der Länder können Betriebskontrollen durchführen und die Arbeitszeitaufzeichnungen (§ 16 Abs. 2 ArbZG) anfordern. Ohne lückenlose Dokumentation fehlt dem Arbeitgeber im Streitfall der Nachweis regelkonformer Arbeitszeiten.

Häufige Fehler

Häufige Fragen

Wie viele Stunden täglich darf ich meine Mitarbeitenden einsetzen?
Grundsätzlich maximal 8 Stunden pro Werktag (§ 3 ArbZG). Ausnahmsweise bis zu 10 Stunden, wenn der Durchschnitt von 8 Stunden über 6 Monate oder 24 Wochen eingehalten wird.
Gibt es eine gesetzliche Wochenhöchstarbeitszeit?
Nein. Das ArbZG nennt kein wöchentliches Maximum. Die Tageslimits (8 bzw. 10 h) begrenzen die Wochenlast aber faktisch auf 48 Stunden (Regelfall) bzw. 60 Stunden (Ausnahme mit Ausgleich), gerechnet auf alle Werktage einschließlich Samstag.
Darf ich per Betriebsvereinbarung über 10 Stunden hinausgehen?
Nein. Abweichungen von der 10-Stunden-Grenze nach § 7 ArbZG setzen einen Tarifvertrag voraus. Eine Betriebsvereinbarung ohne tarifliche Grundlage reicht allein nicht.
Was passiert, wenn der Ausgleich am Ende des Zeitraums nicht erreicht wurde?
Der Arbeitgeber hat gegen § 3 Satz 2 ArbZG verstoßen, das ist eine Ordnungswidrigkeit (Bußgeld bis 30.000 €). Der Ausgleich kann rückwirkend nicht mehr nachgeholt werden; das Problem muss beim nächsten Ausgleichszeitraum von vornherein vermieden werden.

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Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick nach dem Stand August 2026 und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für den Einzelfall (insbesondere bei individuellen steuerlichen oder vertraglichen Fragen) wende dich an deine Steuerberaterin bzw. einen Fachanwalt.

Erstellt mit KI-Unterstützung. Redaktionell verantwortlich: Alexander Barzik (siehe Impressum).